Ein Jein wie ein Nein: SPD und Bahnprivatisierung

So sind sie, die Sozen: bloß nicht Farbe bekennen. Auf dem SPD-Parteitag in Hamburg ließen sich die Gegner der Bahnprivatisierung von ihrem Vorsitzenden Kurt Beck den Schneid abkaufen. Eine große Mehrheit der Deligierten stimmte nach seiner Brandrede für die Privatisierungspläne des SPD-Verkehrsministers Tiefensee, jedoch mit der irgendwie bürgerfreundlich klingenden Klausel, ein Viertel der Anteile beim Börsengang als sogenannte Volksaktien auszugeben. Damit scheinen die Genossen mehr geschafft zu haben, als sie sich trauten. In der Tagespresse wird einhellig über das Aus der Börsenpläne spekuliert - nicht selten verbunden mit dem Schicksal des zuständigen Ministers. Dabei drängt sich ja sein Name als Kalauer auf, finde ich. Versenkt im …

Bleibt zu befürchten, dass der schlitzohrige Bahnchef Mehdorn die Privatisierung mit gewisser Zeitverzögerung doch noch wuppen wird. Immerhin könnten sich die Sozen nach den rot-grünen Regierungsjahren des antisozialen (Stichwort Hartz IV) und antikökologischen (Bahn-”Reform”) Brechstangen-Neoliberalismus zumindest rühmen, dem Turbokapitalisten ein paar klassisch sozialdemokratische Knüppel zwischen die Beine geworfen zu haben. Aber vermutlich wäre ihnen diese Ehre eher peinlich.

Schnell weg von der Privatisierung
Nichts wie weg von der Privatisierung!
(Foto: Sebastian Terfloth - Lizenzbestimmungen hier)

1 Kommentar zu “Ein Jein wie ein Nein: SPD und Bahnprivatisierung”

  1. mein-parteibuch.com » Eiertanz von Wolfgang Tiefensee sagt:

    […] der Bahn bei der Bahnprivatisierung verramscht, wenn Ihnen der SPD-Parteitag nicht wenigstens teilweise in den Arm gefallen […]

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