Frohe staatliche Ostern!
»Ich glaube nicht an die Selbstheilungskräfte des Marktes«, bekennt Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Klingt irgendwie nicht nach einem Verfechter des radikalen Wirtschaftsliberalismus.
Ebenfalls nicht aus der linken Ecke, sondern vom Vize-Fraktionsvorsitzenden der FDP im Bundestag, Rainer Brüderle, kommt dazu die Forderung: »Die Bundesregierung muss sich für klare Spielregeln auf den internationalen Finanzmärkten stark machen und darf die Binnenkonjunktur nicht weiter schwächen.«
Aha. Ist die Karre in den Dreck gefahren (und das ist sie nach dem Platzen der US-Immobilienblase offenbar gewaltig), soll der sonst so ungeliebte Staat sie wieder heraus ziehen. Zumal Ostern vor der Tür steht. Da ist es Zeit für Geschenke im Nest. Für die Spekulationsverluste soll die Öffentliche Hand einspringen. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Wahrlich kein Paradigmenwechsel, sondern nur das alte Spiel. Trotzdem schön zu hören, dass die radikalen Neoliberalen das Versagen ihrer Ideologie eingestehen müssen. In diesem Sinne: Frohe Ostern!
